13.4.09
Anreise nach Freiburg und erster Stadtrundgang. Die tollen Fahrzeuge von Tim´s fuhren wie Dittchen ( es frage mich niemand, ich weiß nicht, was ein Dittchen ist – vielleicht hat jemand eine Idee? Ach so, das sagt der Duden: Dịtt|chen, das u. der; -s, - ‹meist Pl.› [zu älter poln. dudki, Pl. von: dudek = eine Silbermünze] (ostpreuß.): Zehnpfennigstück). Eine sehr schöne Stadt, altes Zentrum, gemütlich. Und erst die Sportanlagen. Da können sich die Herren Verantwortlichen hier mal was abschauen. Die nehmen das Ernst mit "sportfreundliche Stadt". Die Jugendherberge liegt direkt hinter dem Stadion des SC.
14.4.09
Nach dem Frühstück Abfahrt Richtung Schweiz. Die Erfindung des Navi läßt doch interessante Strecken zu. Über Titisee und einer kurzen Pause mit "Seeschlenderung" landeten wir im Schnee. Die Höhen des Schwarzwald in der Nähe des Feldbergs waren noch tief verschneit.
In Neuhausen bei Schaffhausen dann der durchaus interessante Blick auf eine Picknickgruppe aus Norddeutschland in roter Kleidung wie sie den Rheinfall bestaunt.
Die Innenstadt von Schaffhausen ist ausgesprochen schön. Überall Brunnen und alte Fassaden. Die Beste aller alten Fassaden aber: ein Geschäft mit Meckes drinnen. Heiß war´s.
Danach dann, um 16:00 Uhr, mit eigenen Fans, das Gastspiel beim Schweizer Junioren Spitzenclub in der sehr schönen Stadt Schaffhausen war schon etwas besonderes. Zum Einen, weil wir nicht ständig internationale Testspiele - und dann auch noch auswärts - haben, zum Anderen, weil wir in der Schweiz auf Teams treffen, die sicher in der Ausbildung vor allen Deutschen Mannschaften liegen.
Der Jugendfußball dort ist völlig anders organisiert als bei uns. Im Bereich der U15 Teams gibt es in der gesamten Schweiz 40 Teams die die Spitze bilden, darunter nur etwa 50% Vereinsmannschaften. Die anderen Teams sind Regionalauswahlen. Hier steht die Ausbildung im Vordergrund. Die Mannschaften spielen nicht ergebnisorientiert und daher gibt es auch keinen Auf- und Abstieg. Trainiert wird an vier Tagen, in den Ferienzeiten auch schon mal an sechs Tagen mit bis zu 10 Trainingseinheiten in der Woche. Alle Mannschaften trainieren in der gleichen Woche die gleichen Inhalte. Es gibt tatsächlich vom Verband vorgesehene Trainingseinheiten.
Dieser Bereich der Jugendarbeit nennt sich "Preformation" - Vorbereitung auf die leistungsorientierteren U16 und U18 Teams. U16 Teams gibt es 26 Mannschaften und danach dann 13 U18 Teams.
Das ist ein Teil der Jugendarbeit, einen anderen Teil macht der Verband über die Spielleiter. So sind alle Spielleiter angehalten, die Matches möglichst selten zu unterbrechen. Vorlage ist hier eine Spielweise, die deutlich körperbetonter ist als in Deutschland. Dies hat zu Folge, das nicht jeder Körperkontakt abgepfiffen wird und die Teams eine solche Spielweise auch verinnerlicht haben. Es gibt quasi keine Spielunterbrechnungen bei einfachen, kleinen Unregelmäßigkeiten: Dadurch werden aber schon mal Foulspiele übersehen – gleicht sich aber für alle Teams aus. Darüber hinaus dauern Schweizer C-Jugendspiele 2x40 Minuten. Begründung hierfür: Das ist international üblich und außerdem kann man das von gut trainierten Spielern auch erwarten. Recht so. Dies zusammen erklärt die deutlich andere Spielweise. Unsere Junxs fanden das insgesamt besser als bei uns.
Es gibt noch einen dritten grundsätzlich anderen Ansatz in der Schweiz. Der Verband hat also Vereine ausgewählt, die im Spitzenbereich arbeiten sollen. Hierzu müssen die Vereine und natürlich auch die Auswahlteams, einen hauptamtlichen Koordinator beschäftigen. Dieser muß nicht im Besitz der Fußballlehrer Lizenz sein. Der Verband unterstützt den Klub für die hauptamtliche Tätigkeit mit sfr. 65.000.—jährlich. Das ist ja mal eine Ansage. Man stelle sich einmal vor, unser DFB würde so etwas machen. 43.000.-- € im Jahr für den VfL Theesen, 50% mehr als unser Jahresbudget durch Beiträge und Werbung vom Verband, noch obendrauf! Soweit der Ausflug in das Drumherum.
FC Schaffhausen – VfL 1:1/2:1/4:1
Drei Ergebnisse? Drei Spiele? Wie geht das denn. Von Beginn an.
Nach dem schönen Ritual mit zwei von der Seite einlaufenden Teams und dem Shakehands, wie es auch international gemacht wird, sind wir durch Marv in der 13. Minute in Führung gegangen. Die sehr robuste Spielweise der Gastgeber wurde durch den verwirrtesten Schieri den ich je erlebt habe, unterstützt, denn der pfiff rein gar nichts und wenn, dann eher für die Gastgeber. Ach so – der Referee kam aus dem Klub.
Nachdem er in der 44. Minute die erste Halbzeit angepfiffen hatte, konnten die Junxs zum ersten mal verstehen, was es heißt international zu spielen. Das der Schieri zu wenig pfiff war für die Schaffhauser Kicker Anlaß genug, um die robuste, ehrliche Spielweise in eine eher unschöne, fiese und unfaire Variante zu verändern. Trotzdem legten wir, nach einem schön abgefangenen Ball nach und Marv erzielte auf Querpass von Mario ein astreines Tor. Der Mann an der Pfeife fand aber, das Mario auch direkt hätte verwandeln können und entschied auf kein Tor. Genau so hat er mir das nachher erklärt: "Es ist doch Ausbildung, da spielt man nicht quer!" Die Begründung hieß "Abseits". In der 60. Minute dann der fällige Ausgleich. Nach 70 Minuten, also "deutscher" Zeit, stand es Unentschieden, aber die Gastgeber legten in der 71. Minute das 2:1 aus wirklicher Abseitsposition nach. Der Spieler hatte aber auch keinen Querpass verwertet.
Wer nun dachte Schluß,Aus, Feierabend hatte nicht mit der Einsatzbereitschaft des Unparteiischen gerechnet. Der fand, wenn die Deutschen schon mal hier sind, dann wollen wir auch viel von Ihnen haben und ließ den zweiten Abschnitt, quasi nur unterbrochen von 3 falschen Einwürfen der Gastgeber, geschlagene 52 Minuten laufen. Wirklich. In der 50. und 52, Minute legten die deutlich frischeren FC´ler noch nach. Das also das dritte Ergebnis. Ein C-Jugendspiel, ohne Verlängerung und Elfmeterschießen endete nach 96 Minuten somit, aus meiner Sicht, mit 3 Ergebnissen.
Unsere Junxs waren nicht wirklich mit den Spielern aus Schaffhausen und Umgebung zufrieden, aus meiner Sicht waren wir aber bei sehr netten Gastgebern, denn die betreuenden Kollegen waren ausgesprochen prima.
15.4.09
Ausflug in den Europapark von Rust. Was für ein Getümmel schon am Einlass. Drinnen dann ein schöner Freizeitpark mit vielen interessanten Fahrgeschäften aber auch schön angelegten Grünflächen mit altem Baumbestand. Ist natürlich nix für die Junxs. Statt dessen lieber anstehen bei den Fahrgeschäften. Beschleunigung in 2,5 Sekunden auf 100, dann 50 Sekunden Fahrzeit und vorher 75 Minuten anstehen. Schön war´s aber trotzdem und die Adrenalinausschüttung war auch vom Feinsten. Die Älteren hatten es mehr mit Bimmelbahnen, Hoch- und Bobbahnen. Nicht so aufregend aber dafür verfügbar.
Ach so. Nach der Rückkehr habe ich mal, zusammen mit Iffes,dasPreis-Leistungsverhältnis errechnet. Das Ergebnis: Im Prinzip zahlt man für Anstehen und Warten etwa € 5.—pro Stunde.
16.4.09
Erneut durch den Südschwarzwald in Richtung Schweiz. Diesmal sollte eine Pause an der Wutachschlucht sein. Die haben wir aber nicht wirklich gefunden. Statt dessen standen wir nach 10 Minuten im Dickicht. Winterthur selbst ist nicht so schön wie Schaffhausen aber auch durchaus angenehm. Die Fußgängerzone ist lang, hat aber nur einen Brunnen. Und die Meckes Fassade ist beinahe neu!
FC Winterthur U14 – VfL 2:2
In unserem zweiten Match wußten wir natürlich, was auf uns zukam. Diesmal jedoch wurde das Spiel von einem Schiedsrichter geleitet, der mit Abstand das Beste war, was ich je im Jugendbereich erlebt habe. Die Vorgaben, viel laufen zu lassen und nur bei echten Regelverstößen zu pfeifen, hat der Kollege erstklassig umgesetzt. So erlebten wir ein technisch gutes und trotzdem körperbetontes Spiel, das, auf holprigem Geläuf direkt neben dem Stadion, ganz gut anzusehen war. Der FC ging leider, nach einem klaren Abspracheproblem von Keeper und Defensive, in Führung, die jedoch beinahe umgehend von Marv, im Anschluß an eine Ecke, ausgeglichen wurde. Witzig daran war, das in der Besprechung diese Variante, auf den kurzen Pfosten und dann weiterleiten, als Aufgabe angesprochen war. Wenn das mal immer so ginge.
Wir waren danach die spielbestimmende Mannschaft, konnten aber den Ausgleich nicht verhindern. "Nimm Du ihn, ich hab ihn sicher" war, nach einer Ecke, die Einstellung in unserem Strafraum und so konnte der Gegner den freien Ball aus 5 Metern über die Linie bringen. In den zweiten 40 Minuten dann eine Reihe von sicheren Torchancen für uns, zweimal Marv und einmal Mario, ansonsten keine für die Winterthurer ("Wir Winti" steht auf den Aufwärmshirts). Die Gastgeber, die in diesem Match lernen sollten, sich gegen physisch überlegene Gegner zu wehren, taten dies geschickt und retteten so das Ergebnis. Technisch und taktisch war den Winti anzumerken, wie gut die Ausbildung dort ist.
Im Anschluß an das Spiel gab es noch eine ordentliche Portion Nudeln im Vereinsbistro.
Der Versuch, im Vereinsheim des SC Freiburg noch UEFA Cup zu gucken, scheiterte kläglich an eine abgeschlossenen Tür.
17.4.09
Rückfahrt. Kein weiterer Stadtrundgang in Freiburg war am Abend mit Mehrheit (8-6, die Fahrer durften nicht abstimmen) daher frühe Rückfahrt in die teutonische Metropole, wo Hermann noch Hermann ist.
Bilder
Hier gibt es eine Galerie mit 120 Bildern, die unser Team-Knippser Klaus Stüven unter Einsatz seines Lebens gemacht hat. Leider mußte eine externe Galerie eingebaut werden,
da die vielen Bilder die Webseite langsam gemacht hätte. Osterbilder : Klick Hier !